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vorgestellt und kommentiert von Björn Bunse und Berthold Kaiser

 

Gen-manipulierte Pflanzen : Ist das Unvorhersehbare zu erwarten?

Ein neuer Fortschritt macht die Verbraucher unsicher. Es handelt sich um die Genmanipulation von Pflanzen und Lebensmitteln, die oft illegal auf dem Ernährungssektor landen. Da dieser Fortschritt noch in den Kinderschuhen steckt, sind die Vor- und Nachteile noch nicht ganz erforscht.

Nachdem am 23.02.1998 in Amsterdam und Rotterdam gen-manipulierter Mais aus den USA entdeckt wurde, kam die Genmanipulation von Pflanzen auch in Deutschland und anderen EU Ländern ins Gespräch.

Die Brisanz steckt darin, dass Deutschland pro Jahr bis zu 1Mio. Tonnen Mais aus den USA importiert. Das Problematische ist, dass der „normale Mais" mit dem gen-manipulierten Mais vermischt wird und so oft nicht mehr unterschieden werden kann, um welche Art von Mais es sich handelt. Weiterhin ist es sehr gefährlich, da sich das Maiskorn weiter verbreiten kann. Zu Beginn dachte man, die Maiskörner seien ungefährlich bis man heraus fand, das wenn man ein Feld mit gen-manipulierten Samengut bepflanzt auch die Nachbarfelder mit gen-manipulierten Körnern verseucht sind. Also hatte man keine Kontrolle mehr. Da Mais auch oft als Tierfutter benutzt wird, ist oft sogar das „legale" Fleisch auf dem Markt betroffen. Man muss sich fragen, wo die Sicherheit für den Verbraucher bleibt.

Laien werden sich fragen wo die Gefahren liegen, da die Pflanzen durch Manipulation mehr Früchte tragen also leistungsstärker sind. Daher versuchen die Biologen Pflanzen zu entwickeln, die gegen Fressfeinde und Krankheiten immun sind. Dadurch kann der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verringert werden. Am Beispiel der Sojabohne kann man gut erkennen wie auf Pflanzenschutzmittel verzichtet werden kann. Bisher wurde ein Cocktail aus fünf verschiedenen Pflanzenschutzmitteln verwendet, um den Ertrag der Sojabohne zu sichern. Mit nun mehr einem einzigen Mittel kann man den Ertrag der Sojabohne sichern. Außerdem muss nicht mehr vorsorglich gespritzt werden sondern nur noch im Bedarfsfall. Weiterhin arbeiten die Gentechniker daran Pflanzen gegen Viren, Bakterien, Pilzen und gegen Insektenfraß zu schützen. Durch Veränderungen einzelner Gene in den Pflanzen oder Übertragung von fremden Genen in Pflanzen werden sie gegen diese Schädlinge resistent gemacht. Bacillus thuringiensis, ein Bakterium, produziert für Käfer. Diese zerstören deren Darmwand. Nutzpflanzen,  die mit diesen Gen ausgestattet sind, fallen diesen Tieren nicht mehr zum Opfer. Die Gefahren sind, dass in der ersten Ernte zwar höhere Erträge erbracht werden, aber dass in den folgenden Ernten die negativen Eigenschaften, die durch die Manipulation ausgeschaltet worden sind, wieder auftreten können. Im schlimmsten Fall werden neue negative Eigenschaften geboren, wovon man die Gefahren nicht vorhersehen kann.

Aktuelles: An der Universität Marburg forscht man zur Zeit an der Nitratfixierung, um dieses genetische System in Nutzpflanzen etablieren zu können. Dies würde die Dünung von Nitrat ersetzen und so würde dieser karzinogene Stoff nicht mehr in das Grund- und Trinkwasser gelangen.

 

Stellungnahme von Berthold Kaiser

Bei Genmanipulation von Pflanzen muss man erstens sehr vorsichtig und verantwortungsvoll mit dem Verändern von Pflanzen umgehen, da die Kenntnisse noch in den Kinderschuhen stecken und die Risikoabschätzung noch zu schwierig ist. Man sollte zuerst mit einfachen Versuchen anfangen und Schritt für Schritt forschen.

Stellungnahme von Björn Bunse

Man sollte nicht noch mehr in die Natur eingreifen, da es auch ins Negative schlagen kann und wir noch mehr Probleme mit der Natur bekommen. Es könnten neue Krankheiten entstehen, wovon weitere Gefahren für das menschliche Leben ausgehen. Man sollte sich auch die Frage stellen WARUM Genmanipulation ?

 

Quellen:

www.naturkost.de/aktuell/980223d.htm

http://home.t-online.de/home/linde.peters/gengef01.htm

Agrarbericht der Bundesregierung 1996

Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft: Jahresbericht 1995

Brand, Peter Transgene Pflanzen. Herstellung, Anwendung, Risiken und Richtlinien, Basel- Bosten-Berlin:Birkhaus-Verlag, 1995

Die Verbraucher Initiative (Hrg.): Gentechnik bei Nutzpflanzen. Das globale

Geschäft beginnt. Juni, 1995

Koschatzky, Knut; Maßfeller, Sabine (Hrg.): Gentechnik für Lebensmittel. Möglichkeiten, Risiken und Akzeptanz gentechnischer Entwicklung. Karlsruhe- Köln: Verlag TÜV Rheinland, 1994

Thiede, Meite: Kleine Bohne, große Angst. Süddeutsche Zeitung, 23. November 1996

Willmitzer, Lothar: Gentechnologie bei Pflanzen. Biologie in unserer Zeit, 25 (1995), Nr.4

 

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Stand: 10. Februar 2012