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mediz.Gentherapie                                                                                                                                                                                                                  Prädikat „Ausgewählter Ort 2011“  Projektmarke „365 Orte im Land der Ideen."       

 

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vorgestellt und kommentiert von Jennifer Mehlhose und Sara Mundt

 Genetische Impfstoffe

In der Medizin gibt es heute viele Möglichkeiten durch die Gentechnik. Medikamente und Impfstoffe können hergestellt werden, Erbkrankheiten erkannt und theoretisch schon geheilt werden.

Durch die Gentechnik können Impfstoffe gewonnen werden zum Beispiel gegen Hepatitis-B-Viren, dieser Impfstoff konnte nicht durch die bekannten Verfahren gewonnen werden. Das Verfahren zur Herstellung von Impfstoffen durch die Gentechnik nennt man „Komponentenimpfstoff"- Herstellung. Das Gen des Erregers wird in eine Wirtszelle (Hefezelle oder tierische Zelle) eingesetzt, die dann das Gen produziert. Nach einer Aufreinigung des Proteins kann der Impfstoff gespritzt werden und der Mensch kann Antikörper entwickeln ( Gentechnologie-Fakten und Meinungen zum Kernthema des 21. Jahrhundert).

 

Genchirurgie

Ein wichtiges Verfahren ist die Genchirurgie, dabei kann zum Beispiel menschenidentisches Insulin industriell gewonnen werden. Es ist ein großer Vorteil, denn in Deutschland gibt es circa 400.000 Zuckerkranke, die Insulin benötigen. Bevor es möglich war Insulin durch die Gentechnik zu gewinnen, musste es bei Tieren (meist Rinder und Schweine) isoliert werden. Es war aber risikoreich weil wegen der nicht genauen Übereinstimmung mit menschlichem Insulin Nebenwirkungen auftreten konnten. Das Verfahren ist folgendes:

Der Gentechniker W. Arber entdeckte bei Experimenten, dass die Bakterien zwischen eigener und fremder DNA unterscheiden können. Die fremde DNA wird von ihnen zerschnitten. Die Enzyme, die für das Zerschneiden notwendig sind, verwendet man auch bei der Genchirurgie. Die DNA wird in bestimmter Weise zerschnitten, die freien Enden, die dabei entstehen, werden „klebrige Enden" genannt, sie haften sich mit anderen wieder zusammen. Es kommt zu einer zufälligen Verbindung, die aus menschlicher und bakterialer DNA besteht. Diese neuen Moleküle heißen Hybridmoleküle. 

Außer dem Insulin werden noch 40 andere Medikamente mit diesem Verfahren hergestellt, die sich auf dem Markt befinden.

 

Genomanalyse

Um die Gentherapie durchführen zu können muss zuvor das Genom (das gesamte menschliche Erbgut) analysiert werden. Durch die Genomanalyse können bestimmte Krankheiten erkannt werden, dabei wird analysiert, ob das Genom Änderungen aufweist. Die Gensonden bestehen aus einem langen DNA –Einzelstrang. Die DNA wird isoliert, zerschnitten und erhitzt, wobei sie sich in zwei Einzelstränge aufteilt. Die Gensonde wird radioaktiv markiert, wenn sich nach dem Erhitzten die Gensonde mit dem DNA-Doppelstrang verbunden hat, ist das Gen intakt. Die Genomanalyse wird nicht nur für die Feststellung von Erbkrankheiten gebraucht, sondern zum Beispiel auch in der Arbeitswelt. So können bei Chemiearbeitern Allergien festgestellt werden. 

 

Gentherapie 

Durch neue Forschungen in der Gentechnik können heute die Symptome genetisch
bedingter Krankheiten frühzeitig erkannt werden. Schon 1973 wurden in den USA
die notwendigen Instrumente, um ein Bakterienchromosom aufzuschneiden,
hergestellt und erstmals eingesetzt ( Auf dem Weg zum künstlichen Leben S.412 ).
Zwischen 1990 und 1995 wurden weltweit über 300 Menschen gentherapiert, nur
knapp 100 konnte geholfen werden. Heute ist die Forschung auf dem Gebiet der
Gentherapie weiterentwickelt. Es können Genkrankheiten behandelt werden, bei
denen ein Gen der Zelle betroffen ist.


Es gibt zwei Wege der Gentherapie: 
1. Die somatische Gentherapie, bei der nur die Körperzellen verändert
werden.
2. Die Keimbahntherapie, bei der die Stammzellen des Patienten verändert
werden.
Die somatische Gentherapie unterteilt sich wiederum in zwei Wege:
In der Ex-Vivo-Therapie werden die erkrankten Zellen dem Körper entnommen
und durch gesunde Kopien ersetzt. Dieses Verfahren ist besonders erfolgreich
bei Zellen des Immunsystems die ADA (Adenosin-Desaminase) fehlerhaft
produzieren. Der Nachteil dieses Verfahren ist, dass die Gene in diesen Kopien nur eine begrenzte Lebensdauer haben. Ein zweiter Weg der somatischen Therapie ist die In-vivo-Therapie. Die Gene werden direkt in die kranke Zelle eingeschleust. Diese Methode ist nur sinnvoll, wenn der Defekt an einer bestimmten Stelle des Körpers ist(z.Bsp.Tumore). Das Einschleusen der Gene erweist sich jedoch als schwierig, da die für die Einschleusung verwendeten Viren sich im Körper verändern und ihrerseits neue Krankheiten auslösten. Beide Verfahren der somatischen Therapie haben keine
Folgen für die Nachfahren des Patienten.


In der Keimbahntherapie werden die Stammzellen des Körpers verändert, das
Genom wird schon in der Embryonalzelle manipuliert. Diese Manipulation hält
sich über mehrere Generationen, obwohl die Keimbahntherapie einfacher
anzuwenden ist bleibt die Erfolgsquote gering, da ein ungezielter Transfer
katastrophale Auswirkungen für den Patienten hat.

Stellungnahme

Ich finde diese Art der Behandlung genetisch bedingter Krankheiten richtig. Aber man sollte sie nicht anwenden solange die Risiken für die Patienten nicht minimal bzw. ausgeschaltet sind. Außerdem sollte man bedenken, dass jegliche Manipulation, ob Körperzellen oder Stammzellen, nur auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten vorgenommen wird und auch auf die Vor- und Nachteile sowie die Auswirkungen für die Nachfahren hingewiesen wird. Die Würde des Menschen sollte jedoch unangetastet bleiben und nicht versucht werden alle Krankheiten um jeden Preis zu heilen.

Die Möglichkeit Medikamente und Impfstoffe mit Hilfe der Gentechnik herzustellen ist sehr wichtig , da es immer mehr Krankheiten gibt für die man auf anderem weg keine Heilung finden kann.

Ich finde, dass die Gentechnik heute schon gute Möglichkeiten für die Medizin bietet. Das Herstellen von Medikamenten und Impfstoffen ist eine Sache, die schränkt die Würde des Menschen nicht ein, sondern hilft ihm bei der Bewältigung von Krankheiten, so können Zuckerkranken durch das Insulin besser leben. Die Gentherapie dagegen ist noch sehr umstritten. Erstens sind die Nebenwirkungen und Risiken für den Patienten noch nicht ausgeschlossen, zweitens wird bei der Keimbahntherapie das Gen so verändert, dass auch die Nachfahren betroffen sind. Hier wird die Würde des Menschen eingeschränkt, es werden Gene manipuliert, mit denen die Nachfahren zwangsweise leben müssen. Außerdem glaubt man dann, dass alle Krankheiten heilbar sind und so auch geheilt werden müssen. Dadurch hat nur noch der „gesunde Mensch einen Wert". Die Würde anderer Menschen wird eingeschränkt. Deswegen würde ich die Gentherapie nicht befürworten.

 

Senden Sie eine E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu diesem Thema an: post@adenauer-gymnasium.de
Stand: 10. Februar 2012