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vorgestellt und kommentiert von Malte Böttges und Julian Joosten

Gen-Debatte: Konflikt und Diskussion der Parteien

Das Hauptthema dieser Debatte im Bundestag, über welchen sich die Parteien noch streiten, ist die Frage, ob es ethisch zu vertreten sei an embryonalen Stammzellen zu forschen, um sie so auf Gendefekte zu untersuchen und sie dann auszusortieren.

 

Befürworter der

Vorreiter der kompletten Diskussion ist NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement von der SPD, da er embryonale Stammzellen importieren lassen will, um sie der Wissenschaft für Forschungszwecke zur Verfügung zu stellen. Unterstützung für dieses Vorhaben bekommt er vom FDP Fraktionschef Wolfgang Gerhard, der davon überzeugt ist, dass dieser Schritt legitim sei und ethisch und moralisch vertretbar ist. Dieses untermauert er mit der Ansicht, man könnte in gesetzlich beschränkten Möglichkeiten menschliches Leid lindern. Weiterer Befürworter der PID ist Fraktionschef der SPD Peter Struck. Er argumentiert mit dem Druck der deutschen Wissenschaftler, die, falls sich die PID nicht durchsetzten wird, den Standort Deutschland verlassen werden. Außerdem fragt er ganz banal, ob wir in der Lage wären die Entwicklung der PID überhaupt aufhalten zu können. 

Auch der Kanzler Gerhard Schröder meldet sich bei dieser Diskussion zu Wort. Er versucht die PID zu verharmlosen, indem er sie nur als Test darstellt und außerdem wirft er die Frage in den Raum, ob wir damit eine moralische Grenze überschreiten würden. Dennoch lenkt er von der Tatsache ab, dass bei diesen Tests explizit erkrankte Embryos ausgesondert – und vernichtet werden. In Folge dessen bekam er für diese Rede ausschließlich von der FDP Beifall. Selbst in seinen eigenen Reihen gibt es deutlich Widerspruch. Um dieses Problem gegebenenfalls zu lösen berief Kanzler Schröder einen Ethikrat.

 

Gegner der

Eine der Hauptgegner des Vorhabens ist Ex-Gesundheitsministerin Andrea Fischer von den Grünen. Die Bundesgrüne Fraktion  hat sich gegen die Verfügbarkeit an menschlichen Embryonen zu Forschungszwecken ausgesprochen. Diese Entscheidung basiert auf verfassungsrechtlichen Geboten, die Würde des Menschen zu schützen. Weitere Gegenargumente nennt die SPD-Abgeordnete Margot von Renesse, welche eine Rede hielt, in der sie hauptsächlich vor dem Eingriff in die Menschenwürde warnt. Für sie ist es unverantwortlich mit einer solchen Tiefe in die Natur einzugreifen.

Doch nicht nur in der SPD gibt es interne Wiedersprüche, auch die CDU ist sich über die Einführung der PID im unklaren. Nach Meinung von Fraktionsvize der CDU Maria Böhmer ist nichts mehr rückholbar nach Durchbrechen der Schallmauer. Es sei zu bedrückend Embryonen zu selektieren, um dann behindertes Leben einfach „wegzuwerfen". Angela Merkel hingegen, ihres Zeichens Parteichefin der CDU, fällt ein radikales „NEIN" zur PID schwer.

Weiterer Gegner dieser Diagnose ist CDU-Fraktionschef Friedrich Merz. Dessen Meinung basiert jedoch auf dem Rechtssystem. Er argumentiert so, indem er sagt, es gäbe in unserer Rechtsordnung keinen Anspruch auf gesunde Kinder und demnach auch nicht auf Tests die Embryonen nach der Befruchtung aussortieren. Außerdem unterstellte er dem Kanzler, er würde sich mit dem Ethikrat lediglich ein Alibi verschaffen.

Der Kanzler reagierte auf diese Anschuldigung, indem er klarmachen will, dass dadurch eine Möglichkeit entstände die Diskussion in der Gesellschaft breiter zu machen. Einmal mehr meldet sich Ex-Gesundheitsministerin zu Wort. Für sie steht fest, wenn Heilung der alleinige Maßstab wäre, dann gäbe es keine Grenzen mehr. Sie ist auch diejenige, die meines Erachtens eines der wichtigsten Argumente in dieser Debatte kund tat. Sie sagt, es sei Mut nötig ein behindertes Kind anzunehmen.

Stellungnahme

Unserer Meinung nach wird diese sehr bedeutsame Diskussion kein so schnelles Ende nehmen, da Ethik an sich äußerst relativ ist und man sich deswegen schwer einig sein kann, was vertretbar ist und was nicht.

Kanzler Schröder hat zwar mit seinem Ethikrat eine vernünftige Entscheidung getroffen, dennoch kann ich mir nicht vorstellen, dass man zu einer Einigung kommt.

Eine Diskussion über die Verletzung der Menschenwürde ist wahrscheinlich die schwierigste und umfangreichste aller Debatten.

Demnach ist es noch schwieriger eine Entscheidung zu treffen, da die Meinungen geteilt sind.

 

Senden Sie eine E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu diesem Thema an: post@adenauer-gymnasium.de
Stand: 10. Februar 2012