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Gen-Screening                                                                                                                                                                                                                  Prädikat „Ausgewählter Ort 2011“  Projektmarke „365 Orte im Land der Ideen."       

 

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vorgestellt und kommentiert von Florian Deimel und Julia Steingrobe

 

Gen-Screening (auch Chipdiagnostik oder Breitband-Screening genannt) ist eine Methode um ein ungeborenes Kind auf mögliche Genschäden zu untersuchen. Diese Untersuchung kann sowohl im Mutterleib als auch im Reagenzglas, wenn es eine In-vitro-Fertilisation ist, durchgeführt werden.

Diese Methode weist einige Vor- und Nachteile auf, wobei auch zu berücksichtigen ist, aus welcher Sicht man diese Untersuchung sieht. Aus der Sicht der Eltern ist sie eher nachzuvollziehen als aus der Sicht eines Außenstehenden. Die Vorteile dieser Methode liegen ganz klar auf der Hand: Bei Bestehen einer Erbkrankheit in der elterlichen Familie ist es sehr oft der Fall, dass ein Nachkomme auch von dieser Krankheit betroffen ist. Durch die Methode des Gen-Screenings kann eine solche Krankheit nachgewiesen werden. Weiterhin kann auch eine schwere körperliche oder geistige Behinderung, die bei einem Alter der Mutter (ab 35 Jahre) die Folge sein kann festgestellt werden. Beim Nachweis eines schwerwiegenden genetischen Defektes können also die Eltern, bzw. die Mutter entscheiden, ob sie bereit sind das Kind zu bekommen oder eine Eugenische Indikation durchgeführt werden soll. Bei einer In-vitro-Fertilisation besteht allerdings die Möglichkeit, den Fötus gar nicht erst in den Mutterleib einzupflanzen.

 

Die Nachteile und Gefahren des Gen-Screenings

Ein Problem des Gen-Screenings ist es, dass bei etwa 1% der Fälle eine Fehlgeburt die Folge ist, da eine Fruchtwasserpunktion vorgenommen wird. Ein anderes Problem ist, dass Krankenkassen einen Beitragsbonus für Kinder erheben können, die durch ein Gen-Screening untersucht wurden. Bei dieser Untersuchung können mögliche Krankheiten ausgeschlossen und vorhergesagt werden. Dadurch kann die Krankenkasse entscheiden, ob sie einen Bonus erhebt oder nicht, da die Gesundheitsrisiken abschätzbar sind.

 

Stellungnahme

Beim Gen-Screening gibt es also kaum biologische Probleme, die beispielsweise die Gesundheit des Kindes beeinflussen könnten. Das ethische Problem ist allerdings sehr groß. Wir sind der Meinung, dass diese Methode zu einem sogenannten Wunschkind führt. Auf Dauer würde der „perfekte Mensch" entstehen. Bei diesem Wunschkind würden alle genetischen Voraussetzungen stimmen. Das dann geborene Kind würde voll und ganz in die Maßstäbe der Gesellschaft passen. Für die heutige Gesellschaft sind viele Äußerlichkeiten wichtig, die dann durch die richtigen Gene bestimmt werden können. Ein Wunschkind wäre dann also klug, schön, nicht behindert, usw. So soll das Wunschkind aussehen und durch die heutigen Methoden ist es eine Leichtigkeit, so etwas in die Tat umzusetzen. Wenn den Eltern also das Kind, was sie bekommen nicht gefällt, lassen sie eine Eugenische Indikation durchführen und durch eine In-vitro-Fertilisation ein neues Kind erzeugen, welches ihren Anforderungen entspricht. So bleibt bei dieser Methode der ethische Aspekt auf der Strecke.

 

Senden Sie eine E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu diesem Thema an: post@adenauer-gymnasium.de
Stand: 10. Februar 2012